Planung ist nicht des Menschen “Ding”

Morgen ist die von langer Hand geplante Premiere. Viele Interessierte wurden eingeladen und der Saal ist fast voll. Heute ruft jemand an. Sie sei ein grosser Fan, ob es noch in der ersten Reihe Platz hätte… einen Tag vor dem Auftritt… Nein, erst ab Reihe 16… das sei ihr zu weit weg, dann käme sie nicht…

… sehr grosser Fan…

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Mondlandschaft selbstgemacht

Manche Ideen klingen gut in der Theorie, erweisen sich dann aber als mehr oder weniger gut.
Uns liegt viel am Erfolg einer Veranstaltung und so bekommen Veranstalter von uns kostenlos Flyer und Poster die sie mit ihren entsprechenden Texten bedrucken können.
So sind wir sicher dass der Künstler mit ordentlichem Material beworben wird und die Veranstalter können kostengünstig ihren Event bekannt machen.

Die Handzettel befinden sich zu viert auf einem A4-Blatt. Man nehme diese also, erstelle im Word eine Vorlag und bedrucke sie. In einem zweiten Schritt schneidet man das Papier – wenn möglich nicht die Finger – in 4 Flyer und voila! Fertig das Ganze.
Und bis jetzt hat das auch immer schön funktioniert. Doch die Flyer waren nicht der Hammer. Das Papier war sehr dünn und matt, wirkte also irgendwie nicht so ansprechend.

Nun, bald schon ist Premiere des neuen Programmes. Gute Gelegenheit also, neue und schönere Flyer zu drucken. Gesagt, getan! Wiederum 4 Flyer auf einem A4, aber diesmal hochglanz. Natürlich Hochglanz dass man noch bedrucken kann und nicht schmierglanz. Und es funktioniert auch wunderbar.
Man beachte vorgängig aber dass man am Drucker einige Einstellungen ändern muss… Sonst sehen die Flyer aus wie Mondlandschaften. Übersäht mit Blatern. Und es riecht wie eine Katze im Ofen. Und aus Hochglanz wird Schmelzglanz…
Vielleicht sollten wir die Flyer mit einem Gasmaskenzeichen versehen?

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Erfolgssyndrom

Einem Teeniemagazin, dass mir zufällig in die Hände kam (ja, zufällig!) publizierte einen Artikel über Amy Winehouse. Oder anders gesagt über das Winehouse-Syndrom. Künstler die viele Stunden alleine und einsam in Hotelzimmer verbringen dann auf der Bühne von tausenden bejubelt werden nur um dann kurz nach dem Auftritt wieder einsam ins Hotelzimmer zurückzukehren. Viele entwickeln dadurch eine Arroganz und Selbstverliebtheit wie die Medien wöchentlich davon zeugen.

Nicht so die durchaus erfolgreiche Band (die gerade eine Europatournee hintersich hat) dessen Konzert wir veranstalten durften. Auf die Frage wo sich der Bandleader in 3 Jahren musikalisch sehe kamen einige gute Antworten. Am Besten gefallen hat mir aber seine “Erklärung” zum “Abheben”. Das beste Mittel gegen das Abheben sei sein eigener Bruder in der Band. Immer wenn er beginne sich selbst zu wichtig zu nehmen komme sein Bruder und hole in unsanft in die Realität zurück. Mit einem Bruder in der Band kann man nicht abheben… :-)

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Regeln gelten nicht für alle…

… zumindest nicht für mich. So denken jedenfalls immer wieder welche.

Wir hatten wiedermal den Hut der Agentur abgelegt und den Hut als Veranstalter aufgesetzt. Eine amerikanische Band. 900 Besucher. Super Stimmung. Super Licht. Super Sound. Zusammengefasst: Ein super Konzert. Die Vorbereitungen waren lange und zeitintensiv, doch es hat sich gelohnt. Am Abend selbst standen 30 Helfer vor und hinter der Bühne. Alles Freiwillige die unsere Ideen und Vorstellungen von guten Konzerten teilen. Ich selbst habe in einem Team die Einlasskontrolle übernommen. Der Andrang war gross. Nicht verwunderlich, haben doch einige schon ein paar eisige Stunden vor den Türen verbracht. Der Saal fasste etwa 1’100 Personen im Parterre (Stehplätze) und nochmals etwa 500 auf der Galerie (Sitzplätze). Da genug Platz im Parterre war haben wir die Galerie nicht geöffnet – was natürlich auch die Mietkosten schohnte.

In der Woche vor dem Konzert rief mich eine Frau an die sich die Bänder gerissen hatte aber trotzdem gerne ans Konzert kommen würde. Ob wir ihr einen Stuhl auf der Galerie reservieren könnten, sie könne nicht so lange stehen. Ich habe ihr mitgeteilt dass diese nicht geöffnet ist aber ich gerne mit dem Saal Rücksprache halten werden ob wir sie als Ausnahme auf der Galerie platzieren dürfen. Dies machen wir gerne wenn sich jemand schon die Mühe macht und uns anruft. Durften wir dann auch.

Viele jedoch hielten die Absperrung zur Galerie nur für eine Verschönerung der Halle oder fühlten sich einfach zu wichtig um sich an die Regeln halten zu müssen. Mehrere Dutzend Personen kletterten über die Absperrung und schlichen sich rauf. Es ist nicht meine Aufgabe diesen den Spass zu verderben, ich habe aber persönlich mit dem Saalverantwortlichen eine Abmachung getroffen. Und ich habe keine Lust die zusätzlichen Saalkosten tragen zu müssen. So wurde einer nach dem anderen wieder nach unten befördert. Viele erfanden dann waghalsige Lügen und Geschichten, sie hätten den Türsteher gefragt und oder gingen über in Beleidigungen. Traurig dass ich dann tatsächlich jemand unsanft herunter buxierte, die dann tatsächlich die Erlaubnis des Türstehers hatte…

Solche Episoden mag ich nicht. Benehmt Euch doch Leute!

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Ticketpreise – Alles Abzocke!

50 Franken für ein Ticket! Ich war diesen Sommer in Deutschland in den Ferien und da hat ein ähnliches Konzert nur 25 Euros gekostet! Konzertveranstalter verdienen sich hier eine goldene Nase!

Solche fiktiven Zitate hört man nicht oft, doch viele wundern sich über die hohen Ticketpreise in der Preisinsel Schweiz. Als Aussenstehender sind diese auch selten nachvollziebar und gerade deswegen erscheinen sie auch so unverhältnismässig hoch. Doch dem ist nicht so. Ticketpreise sind hart kalkulliert und ohne Sponsoren bleibt am Ende unter dem Strich nicht mehr viel. Deswegen möchte ich hier mal ein typisches Rechenbeispiel anhand eines durchschnittlichen Pop-Konzertes (Grössenordnung 500-1000 Zuschauer) geben.

Ausgaben

Werbung

Grafiker für Flyer und Poster 500 CHF
Druck Poster und Flyer 300 CHF
Lokale Radiowerbung 700 CHF
Werbung auf Internetplattformen 1’500 CHF
Beilage zu Magazin (Zielgruppe) 1’100 CHF
Werbeversand per Post 600 CHF
Diverse Anzeigen (Web, Google Ads etc.) 1’200 CHF
Total Werbung 5’900 CHF

Logistik

Konzertversicherung 150 CHF
Barriers (Absperrgitter) 300 CHF
Saalmiete 6’000 CHF
Catering (Mittag, Abend für ganze Crew & Band) 2’000 CHF
Total Logistik 8’450 CHF

Produktion

PA, Boxen, Licht, Technik etc. inkl. Ton- Lichttechniker 11’500 CHF
Crew (30 Personen, ganzer Tag) 1’500 CHF
Hotel für einzelne Helfer 200 CHF
Earplugs, Badges, Staff-Shirts etc. 250 CHF
Total Produktion 13’450 CHF

Band

Gage 8’000 CHF
Einkommenssteuer 15% 1’200 CHF
Total Band 9’200 CHF

Diverse Ausgaben

SUISE (Urheberrecht. 10% auf totalem Einkommen) 4’000 CHF
Ticketsystemausgaben (Ticketcorner, Starticket etc. 5% pro Ticket) 2’000 CHF
Unvorhergesehenes 1’000 CHF
Total Diverse Ausgaben
7’000 CHF
Total Ausgaben 44’900 CHF

Über den Daumen gerechnet haben wir also um die 45’000 CHF Auslagen. Bei einem Ticketpreis von 50 CHF müssten also 900 zahlende Gäste kommen. Mit 900 Gästen sind also die aufgelisteten Kosten gedeckt. Aber: Man hat immer noch gratis gearbeitet, die eigenen Kosten sind hier noch nicht berechnet. Und wer arbeitet schon gerne gratis?

Man sieht, die hohen Ticketpreise in der Schweiz haben durchaus ihre Berechtigung. Denkt also daran, wenn Euch ein Konzert lockt aber Euch der Eintrittspreis zu hoch erscheint…

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Wettbewerb

Marketing ist ein wichtiges Mittel in der Agenturarbeit. Es gibt viele Arten von Marketing. Plakate, Briefe, Radiospots etc. Doch keine ist so günstig wie Email-Newsletter. Deswegen legen wir grossen Wert auf unsere Newsletterdatenbank. Doch wie kommt man (legal) an Adressen? Interessenten können sich online selber eintragen, doch das machen sie nur zögerlich. Eine gute Möglichkeit aber sind Wettbewerbe. An einem Rockfestival haben wir eines unserer Konzerte beworben und einen Stand aufgestellt. Neugierige konnten dort einen Zettel ausfüllen und haben nun die Chance Tickets zu gewinnen. So kommen schnell Adressen zusammen die wir über zukünftige Konzerte informieren dürfen. Alles Kostenlos versteht sich.

Nur, irgend jemand muss diese nun digitalisieren… dieser irgend jemand bin ich. Und ich frage mich ob die Teilnehmer wirklich schon das Grundschulalter erreicht haben… Teils kaum zu lesende Schriften, Gekraxel und Klekser…
Doch da war eine Teilnehmerin mit wunderbar lesbarer Schrift und auf der Rückseite… eine riesige, lachende Sonne gezeichnet :-) So was heitert auf. An alle zukünftigen Teilnehmer: Mahlt bitte mehr solche Sonnen :-)

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Herbstblockade

Eine Schreibblockade kann verschiedene unterschiedlich schwerwiegende Erscheinungsformen haben. Manchen Betroffenen fällt es nur schwer, einen Anfang zu finden, andere quälen sich Wort für Wort durch ihre Texte, während ihnen eine mündliche Wiedergabe des Inhalts nicht schwer fällt. Wieder andere werden schon beim Gedanken an die Anfertigung ihrer Arbeit oder beim Anblick ihres Computers oder Bildschirms von körperlicher Übelkeit oder Unruhe befallen, und schaffen es noch nicht einmal, ihren Computer oder das Schreibprogramm zu starten.

Quelle: Wikipedia

 

Einen Monat ohne Blogeintrag? Ja, das gibt es. Aber das sollte sich jetzt hoffentlich wieder ändern :-)
Also viel Spass bei den kommenden Einträgen!

Ps. Nein, mir wird es nicht übel beim Betrachten eines Bildschirms

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Sechs B’s

Gesehen auf Facebook.

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Schwieriges Publikum

Es gibt Künstler die spielen ihr Programm, komme was da wolle. Da gibt es welche die spielen nur wenn die Bedingungen genauestens erfüllt sind. Und da gibts welche, die passen ihr Programm an das aktuelle Publikum und die entsprechenden Umstände an. Zu dieser Kategorie gehören unsere Künstler.

Nach dem stressigen, aber erfolgreichen Konzert vom Vortag erwartete uns ein Publikum der besonderen art. Als Dankeschön hat eine Organisation ihre freiwilligen Helfer zu einem Abend mit Essen und Unterhaltung eingeladen. Als Hauptakt sollten unsere beiden Komiker den Abend versüssen. Ihr Zielpublikum sind Junge bis Menschen im mittleren Alter. Die Organisation hat 500 Personen, darunter viele Jugendliche, eingeladen. Gekommen sind 150 Menschen… hauptsächlich Senioren…

Dann kam noch hinzu dass der Abstand zwischen Publikum und Bühne recht gross war. Auch war der Saal nicht mit Konzertbestuhlung eingerichtet sondern mit Tischen – da es auch etwas zu essen gab. Dies ist allerdings hinderlich für die Stimmung, da die Künstler so schnell zur “Hintergrundunterhaltung” degradieren. Wäre dies nicht alles schon genug, war die Akustik nicht optimal, sodass man den Text der Lieder häufig nicht verstand. All diese Dinge führten dazu, dass die Künstler einige Bedenken – und Bammel – vor dem Auftritt hatten.

Ich sass in Mitte der Zuschauer. Als sie begannen war die Skepsis förmlich zu riechen. Manch einige tauschten vielsagende Blicke aus. Doch bald lockerte sich die Stimmung und das Interesse an den Künstlern wuchs. Lief es vor der Pause noch etwas harzig, so kam im zweiten Teil richtig Stimmung auf.

Die Meinungen am Schluss aber waren gemischt. Den jüngeren Teilnehmern hat es sehr gefallen, den Älteren weniger. Doch da der Organisator ausdrücklich das jüngere Publikum ansprechen wollte war auch er zufrieden.

Nicht jedes Publikum ist gleich…

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Auch Künstler sind nur Menschen

Mit ihren Stärken und Schwächen. Wobei sich eine dieser Schwächen erst nach dem Essen in Form von übelriechenden Gasen bemerkbar machte.
Und es tat ihm auch leid. Während den ganzen Aufbauarbeiten entschuldigte er sich dauernd für seine Blähungen…

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